Einsatzbericht Alarmübung Nr. 1 / 2008

Datum:

02.06.2008

Alarmzeit:

18:18 Uhr

Einsatzende:

21:00 Uhr

Einsatzort:

Schule am Heidenstein - Römerstraße

Kategorie: Alarmübung
Ereignis: Verpuffung im Chemieraum, Schüler im Gebäude, Personen vermisst
Mannschaftsstärke: 31 Bereitschaft: 0
Eingesetze Fahrzeuge: LF16, LF16-TS
Sonstige Feuerwehren: FF Rheinfelden Abt. Rheinfelden (DLK23/12, LF16/12, LF8, ELW, RW)
Eingesetzte Organisationen: DRK OV Schwörstadt
Menschenrettung: Ja
 

Zeitungsbericht aus der Badischen Zeitung vom 04.06.2008


Unter Atemschutz Menschen retten


Die Schule am Heidenstein stand im Mittelpunkt einer großangelegten Alarmübung der Feuerwehren Schwörstadt und Rheinfelden

Von unserer Mitarbeiterin Hildegard Siebold


SCHWÖRSTADT. Eine zuvor geheimgehaltene Alarmprobe rief am frühen Montagabend die Feuerwehren aus Schwörstadt und Rheinfelden auf den Plan. Auch wenn der angenommene Großbrand in der Schule am Heidenstein in Schwörstadt nur eine Übung war, stellte er für die beiden Abteilungsfeuerwehren doch eine große Herausforderung dar.

Das Probenszenario sah eine Explosion im Chemieraum der Schule vor. Die Verpuffung zog eine starke Rauchentwicklung nach sich und versperrte den 35 Schülern — dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehren Schwörstadt und Rheinfelden — im Obergeschoss des Gebäudes den Weg über die Treppe ins Freie. Um 18.16 Uhr alarmierte die Leitstelle in Lörrach die Feuerwehr Schwörstadt und den Löschzug aus Rheinfelden und nur sechs Minuten später rückte das erste Schwörstädter Löschfahrzeug an. Nicht minder schnell traf bereits kurze Zeit später das Drehleiterfahrzeug aus Rheinfelden ein, um die eingesperrten Schüler zu retten. Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Löschfahrzeug nach dem anderen fand sich bei der Schule ein — vier aus Rheinfelden, zwei aus Schwörstadt. Insgesamt waren von beiden Abteilungen binnen kürzester Zeit rund 60 Feuerwehrleute vor Ort.



Hohe Anforderungen stellte die Alarmprobe an die Feuerwehren aus Schwörstadt und Rheinfelden. Angenommen wurde ein Großbrand in der Schule in Schwörstadt. (FOTO: HILDEGARD SIEBOLD)


Diverse Angrifftrupps formierten sich unter den Gruppenleitern Michael Meyer, Thomas Kieper und Wolfgang Strittmatter aus Rheinfelden sowie Ralf Stobbe und Lena Endert aus Schwörstadt. Die Einsatzleitung teilten sich Daniel Ebi und Günter Bühler von der Schwörstädter Abteilungsfeuerwehr. Neben der Rettung der eingeschlossenen Schüler galt es drei im Schulgebäude vermisste Personen zu finden. Starke Rauchentwicklung erschwerte die Suche der zahlreichen Atemschutzträger. Zeitgleich wurden Wasserversorgungen aufgebaut, um den mittlerweile entstandenen Dachstuhlbrand zu bekämpfen. "Brand gelöscht" vermeldete kurz nach 19 Uhr einer der Einsatzleiter. Jetzt hieß es aufräumen, bevor die stattliche Zahl von 60 Feuerwehrleuten, 35 Jugendfeuerwehrlern und acht Helfern des DRK-Ortsvereins Schwörstadt unter Leitung von Bereitschaftsleiter Jürgen Zwigart zur Manöverkritik des stellvertretenden Rheinfelder Abteilungskommandanten Stefan Gutmann antraten. Er hatte mit seinem Feuerwehrkameraden Enrico Leipzig und dem Gesamtjugendwart Simon Schmidt aus Schwörstadt das Probenszenario erarbeitet.

Seine Kritik umfasste sowohl positive wie auch negative Punkte. So regte er für den Ernstfall einen Lotsen an, der den ortsunkundigen Rheinfeldern den Weg zum Brandort weist. Zugleich, so Gutmann, wäre ein detaillierter Plan der Schule bei der Suche nach den Vermissten hilfreich gewesen. Positiv hob er vor allem das schnelle Eintreffen der Einsatzkräfte hervor.

Lob zollte Bürgermeister Artur Bugger der Großübung in der Hoffnung, niemals so einen Ernstfall zu erleben. Übungen seien dazu da, um festzustellen "wo es klemmt" . Auch die Gemeinde werde sich dazu ihre Gedanken machen. Die Besonderheit einer geheimen Alarmübung, schilderte der stellvertretende Schwörstädter Abteilungskommandant Günter Bühler, liege nicht nur in der Annäherung an die Realität, sondern auch darin, dass Führungskräfte dabei ebenso wenig eingeweiht seien wie die Feuerwehrleute selbst und damit auf eine echte Probe gestellt würden.


Copyright Badische Zeitung


Bericht von Bernhard Birlin


Schwörstadt
(bi). An der „Schule am Heidenstein“ in Schwörstadt wurde am Montagabend der Ernstfall geprobt. Dies mit einer nicht angekündeten Alarmübung der Feuerwehr-Abteilungen Schwörstadt und Rheinfelden mit dem DRK Schwörstadt. Bei diesem Einsatz unter Leitung des Kommandanten der Abteilung Schwörstadt, Daniel Ebi, und dessen Stellvertreter Günter Bühler, den eine Verpuffung im Chemieraum auslöste, waren jeweils etwa 30 Männer und Frauen der Abteilungen Schwörstadt und Rheinfelden sowie zehn Helferinnen und Helfer des DRK Schwörstadt gefordert. Neben drei vermissten Lehrkräften galt es 35 Schülerinnen und Schüler aus dem Obergeschoss zu retten.

Um bei solch einer Übung auch die Einsatzleitung sowie die Zug- und Gruppenführer, die sonst meist selbst bei der Ausarbeitung solch einer Übung mitwirken, im Ernstfall zu fordern, hatte extern ein Trio die Organisation übernommen. Ausgearbeitet wurde diese Übung vom Jugendleiter der Jugendfeuerwehr Schwörstadt, Simon Schmidt, sowie von der Abteilung Rheinfelden von Stefan Gutmann (stellvertretenden Abteilungskommandant) und Gruppenführer Enrico Leipzig. Da die Abteilung Dossenbach am Montag noch mit ihrem „Tag der offenen Tür“ beschäftigt war, nahm man bei der Übungsannahme an, dass die Dossenbacher Wehrmänner schon anderweitig im Einsatz sind.

Als um 18.16 Uhr zunächst die Abteilung Schwörstadt per stiller Alarmierung gerufen wurde, heulte zur Alarmierung des DRK Schwörstadt - es sind noch nicht alle Helferinnen und Helfer  mit Alarmgeber ausgerüstet - dennoch die Sirenen. Nachdem mit der Abteilung Schwörstadt auch sofort die Rheinfelder Auto-Drehleiter alarmiert wurde, ist auch ungleich später noch Verstärkung aus Rheinfelden angefordert worden.

Es zeigte sich, dass die Schwörstadter Wehrmänner schnell sind, denn sechs Minuten nach Alarm, um 18.22 Uhr trafen die beiden Schwörstadter Löschfahrzeuge an der Schule ein.

Dann stellte sich im ersten Moment nach dem Eintreffen nicht nur für den Einsatzleiter Daniel Ebi und Günter Bühler eine schwere Aufgabe. Denn der Gruppenführer der ersten Einsatzgruppe, Ralf Stobbe, sah sich noch ohne ausreichende Unterstützung mit der Aufgabe konfrontiert, dass im ersten Obergeschoss aus sieben Fenstern 35 Buben und Mädchen (Jungfeuerwehrler aus Schwörstadt und Rheinfelden) um Hilfe schrieen und gerettet werden wollten. Doch rasch wurde Abhilfe auch dank dem raschen Eintreffen der Auto-Drehleiter geschaffen. Während die der erste Innenangriff mit dem Suchen der drei Vermissten gestartet wurde, begann die Rettung der Buben und Mädchen über die Drehleiter sowie zwei Steckleitern. Dank dem Löschwasser, das von einem Überflurhydrant direkt in der Römerstraße sowie von einem Unterflurhydrant auf der stark befahrenen Hauptstraße gefördert wurde, konnte mit einer Riegelstellung ein Übergreifen des Feuers vom Chemieraum auf die übrige Schule verhindert werden. Eine Wende nahmen die allmählich ausklingenden Rettungsarbeiten. Als plötzlich „Meday-Rufe“ (Hilferufe) aus dem Funkgerät zu vernehmen waren. Denn nun galt es zwei Männer, die in Not geraten waren, zu retten. Als dann alle Buben und Mädchen sowie die erwachsenen Verletzten an die von Bereitschaftsführer Jürgen Zwigart geleiteten Helferinnen und Helfer des DRK Schwörstadt übergeben waren, war zu hören, „Feuer aus, alle Personen gerettet, fertig machen zum Abrücken“.

Bevor man sich anschließend im Mannschaftsraum der Abteilung Schwörstadt zum gemütlichen Hock traf, gab es vor versammelter Mannschaft noch eine Manöverkritik. Neben den Einsatzleitern Daniel Ebi und Günter Bühler durften von der Abteilung Schwörstadt die Gruppenführer Lena Endert und Ralf Stobbe sowie von der Abteilung Rheinfelden außer Zugführer und Abteilungskommandant Michael Meyer auch die Gruppenführer Thomas Kieper und Wolfgang Strittmatter ihren Einsatz schildern. Abschließend dankte Bürgermeister Artur Bugger den beiden Rettungsorganisationen mit dem Wunsch, dass „wir vom Ernstfall verschont bleiben“.


Bilder



Foto: Bernhard Birlin



Foto: Bernhard Birlin



Foto: Bernhard Birlin



Foto: Bernhard Birlin



Foto: Bernhard Birlin



Foto: Bernhard Birlin