Einsatzbericht Nr. 8-31 / 2012

Datum:

06.07.2012

Alarmzeit:

0:55 Uhr

Einsatzende:

13:30 Uhr

Einsatzort:

Komplettes Ortsgebiet - hauptsächlich Niederdossenbach, B34 in Höhe Finstergass, Kläranlage Schwörstadt

Kategorie: Technische Hilfe / Wassernot
Ereignis: Mehrere Keller und Wohnungen nach Unwetter mit Wasser und z.T. Schlamm vollgelaufen, Straßen überflutet und mit Geröll und Bäumen versperrt
Mannschaftsstärke: 26 Bereitschaft: 0
Eingesetze Fahrzeuge: HLF20/20, LF16-TS, TLF8, MTW
Sonstige Feuerwehren: Abt. Dossenbach (LF8/6), Feuerwehr Rheinfelden, Feuerwehr Abt. Karsau (LF16/12, MTW)
Eingesetzte Organisationen: Polizei, Bauhof, Straßenmeisterei
Menschenrettung: Nein


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: R. Stobbe


Foto: P. Gerigk (BZ)


Foto: P. Gerigk (BZ)


Foto: P. Gerigk (BZ)

Zeitungsbericht aus www.badische-zeitung.de vom 06.07.2012

Unwetter: Rekord-Niederschlag lässt Hang abrutschen

Land unter bei Rheinfelden und Schwörstadt: Heftige Regenfälle haben ein Zuggleis der Hochrheinbahn verschüttet, Keller und sogar Autos liefen voll. Die Regenmassen waren rekordverdächtig und folgenschwer.

Ein Bewohner des Aussiedlerhofs Riedmatt, direkt an der Hochrhein-Zugstrecke zwischen Rheinfelden und Riedmatt, hörte am Freitag in der Früh Radio. Zwischen Rheinfelden und Murg sei ein Gleis von Erde verschüttet. "Da haben wir aber Glück gehabt", dachte er noch. Kurz darauf klingelte es an ihrer Haustür, ein mit einer Jacke der Deutschen Bahn bekleideter Mann stand draußen. Er erklärte ihm, wie groß sein Glück wirklich war. Direkt neben dem Reitplatz beim Haus war der Hang abgebrochen und gut 25 Meter steil bergab gerutscht, ohne dass die Bewohner es bemerkt hatten.

Nur zwei Meter neben der Koppel, direkt hinter dem Holzzaun vor der Böschung hoch über den Zuggleisen, fehlt ein Stückchen Land. Es befindet sich unten auf dem nördlicheren Gleis. Der Zugverkehr wurde gesperrt, nachdem um 4.50 Uhr eine Regionalbahn dagegengefahren war.

Donnerstagabend sei ihm Wasser unter der Terrassentür ins Wohnzimmer eingedrungen, erzählt der Anwohner. Doch es war nur ein kurzer Starkregen, er dichtete die Tür mit einem Tuch ab und brauchte sich bald keine Sorgen mehr zu machen: Das Wasser blieb draußen. Doch dort hinter dem Haus richtete es einen folgenschweren Schaden an.

Schwörstadt

Der Schwörstädter Bürgermeister Artur Bugger war den ganzen Morgen unterwegs und schoss Fotos, um die Folgen des Rekordhochwassers für die Versicherung zu dokumentieren. Mit mehr als 32 Litern je Quadratmeter in zehn Minuten war um 0.45 Uhr so viel Regen wie noch nie zuvor gefallen, teilte Hobbymeteorologe Helmut Kohler mit.

Gerade im Auto zur Kläranlage unterwegs, war Bugger gegen 10 Uhr froh zu hören, dass dessen Mitarbeiter schon bei der Endsäuberung seien. Das Gelände hatte drei Stunden vorher unter Schlamm und Wasser gestanden. Klärwerksleiter Jürgen Nass fotografierte, wie im Morgengrauen der Hof freigeräumt wurde.

Niederdossenbach

Niederdossenbach traf es am härtesten. 19 Keller und auf einem Parkplatz unter einem Sturzbach abgestellte Autos sind mit Wasser vollgelaufen – die Schwörstädter Wehr hatte "eine bewegte Nacht", so Kommandant Gerd Bühler. Ein 21-jähriger Mann verletzte sich bei der Aufräumarbeit. Er erlitt einen Stromschlag, als er eine Pumpe anschließen wollte, und wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. 27 Einsatzorte gab es, am meisten Zeit nahm die Kläranlage in Anspruch, wo das Untergeschoss vollgelaufen war, so der Schwörstädter Abteilungskommandant Daniel Ebi.

Sogar Feuerwehrleute trauten in der Nacht ihren Augen kaum, als sie sahen, wie ein reißender Bach von Wasser nahe der Schwörstädter Kläranlage einen Feldweg hinunterstürzte, die B 34 30 Zentimeter hoch überquerte und Haufen von Schlamm und Bäume bis auf die andere Straßenseite und weit ins dortige Feld hinein mitriss.

"So etwas habe ich noch nie gesehen", meinte Karsaus Feuerwehrkommandant Sascha Schmidt, der neben zwei Wassereinsätzen in der Schildgasse und am Steigweg auch auf der B 34 und der Kläranlage Schwörstadt im Einsatz war. Die Rheinfelder Wehr brachte einige Tauchpumpen und Wassersauger nach Niederdossenbach mit.

Arbeiter der Straßenmeisterei hatten den ganzen Vormittag damit zu tun, die Bundesstraße wieder auf zwei Fahrspuren befahrbar zu machen – Schlamm, Geröll und Baumreste liegen noch immer neben dem Bankett. An der Hochrheinstrecke dauerten die Arbeiten noch länger: Bis zum Abend sollten sie beendet sein, so ein Sprecher in Stuttgart.

Die Gleise wurden offenbar nicht unterspült, sondern nur verschüttet, so dass der Bahnbetrieb ab Samstag wieder normal laufen sollte. Zur Höhe des Schadens an der zuerst betroffenen Regionalbahn und den Gleisen gab es zunächst keine Angaben. Die zwölf Fahrgäste und der Zugführer kamen mit dem Schrecken davon. Nach 80 Minuten Stillstand schleppte sich die Bahn immer noch aus eigener Kraft bis zum Bahnhof Rheinfelden.

Quelle: Badische Zeitung vom 06.07.2012

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